Pessovereinigung Deutschland & Schweiz e.V.

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Was ist Pessotherapie - von Almuth Roth-Bilz

Bei diesem Text handelt es sich um eine Kurzzusammenfassung der Pesso-Therapie. Es ist dabei an einen Leserkreis gedacht, der sich erstmals darüber informieren will, was Pesso-Therapie überhaupt ist, was da geschieht und warum es heilend-wirksam ist.

Da es ein Text für Laien ist, wurde bewußt auf eine differenzierte Darstellung der Methode, welche die zwei weiteren „Ebenen“: Holes in Roles und Trauma beinhalten müßte, verzichtet. Es ist ein Text für Laien, der auch für Laien verständlich sein soll.


Was ist Pesso-Therapie?

"Pesso -Therapie" ist eine von Al Pesso und Diane Pesso-Boyden seit Anfang der 60ger Jahre des vorigen Jahrhunderts

entwickelte Körper- Psychotherapie. Der korrekte Name lautet: "Pesso Boyden System Psychomotor Therapie" (PBSP), im Deutschen jedoch hat sich der Name "Pesso-Therapie" durchgesetzt.
Es handelt sich um eine Einzeltherapie in der Gruppe. In der Therapiearbeit werden Szenen aus der Vergangenheit, die das gegenwärtige Erleben beeinflussen, deutlich.

In der Pesso-Therapie bleibt man nicht beim Erkennen alter negativer Erfahrungen stehen, gibt sich nicht mit dem „Wissen warum“ zufrieden. In einem gemeinsamen Suchprozess von KlientIn und TherapeutIn wird das „damals“ so schmerzlich Vermisste herausgefunden und eine neue, heilende Erfahrung im Rollenspiel inszeniert. Gruppenteilnehmer können in die Rollen von „Idealen Eltern“ gewählt werden. Die genau das gegeben hätten, was nie erfahren wurde.
Das Wissen dessen, was genau gefehlt hat, kommt aus dem Körper. Der Kopf neigt sich leicht und "sucht" nach einer "väterlichen Schulter", die dem Protagonisten dann von einem Rollenspieler in der Rolle eines "idealen Vaters" zum Anlehnen angeboten wird, so daß er sich anlehnen und sich geborgen fühlen kann, vielleicht verbunden mit den Worten "Wenn ich damals als Dein idealer Vater dagewesen wäre, bei mir hättest Dich anlehnen können und Halt gefunden". Stimmen die Körperantwort und die Worte passgenau, kommt es zu einer tiefen Befriedigung.

Die Rollenspieler werden am Ende der Struktur (so nennt Pesso den Therapieprozess) wieder aus der Rolle entlassen, die neue, befriedigende und heilende Erfahrung soll sich als "inneres Bild" im Gedächtnis festsetzen und nicht gebunden bleiben an eine bestimmt Person.
Dadurch, daß die Erfahrung auch über den Körper geht werden tiefere, emotionale Schichten erreicht und verändert. Es wird ein "neue Gedächtnis" geschaffen, wodurch die Wahrnehmung und das Erleben der Welt verändert wird.


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